14.10.2016

kauzig und genial - Jackaby

New Fiddleham 1892: Neu in der Stadt und auf der Suche nach einem Job trifft die junge Abigail Rook auf R. F. Jackaby, einen Detektiv für Ungeklärtes mit einem scharfen Auge für das Ungewöhnliche, einschließlich der Fähigkeit, übernatürliche Wesen zu sehen. Abigails Talent, gewöhnliche, aber dafür wichtige Details aufzuspüren, macht sie zur perfekten Assistentin für Jackaby. Bereits an ihrem ersten Arbeitstag steckt Abigail mitten in einem schweren Fall: ein Serienkiller ist unterwegs. Die Polizei glaubt, es mit einem gewöhnlichen Verbrecher zu tun zu haben, aber Jackaby ist überzeugt, dass es sich um kein menschliches Wesen handelt ...

Seit Benedict Cumberbatchs Darstellung des Sherlock Holmes bin ich  trockenem Sakasmus und detektivisches Know How gewohnt, aber der kauzige Jackaby setzt noch einmal eine Schippe drauf. Skurril und immer bereit, einen Spruch nach dem anderen rauszuhauen hat sich Jackaby zu einer sympatischen Figur gemausert, die man schon mit den ersten Seiten ins Herz schließt. Aber auch die junge Abigail hat es in sich, eigensinnig und mutig steht sie dem Detektiv als ''Assistentin'' zur Seite, zunächst zwar nur auf Probe, aber was nicht ist kann ja noch werden. 

So schafft der Autor eine tolle Balance, nicht nur zwischen den Beiden gänzlich unterschiedlichen Figuren Abigail und Jackaby, sondern auch was die Handlung betrifft. Abigail ist hier die eher realistisch und pragmatisch Mensch und erfasst Dinge, die Jackaby entgehen und für die er kein Auge hat. Im Gegenzug lebt Jackaby in seiner ganz eigenen realitätsfernen Welt und zieht Schlussfolgerungen, die ein ''normaler'' Mensch nicht nachvollziehen kann. Gerade weil sie ja so unterschiedlich sind, sind sie für mich ein unübertreffliches Gespann.  

Ebenso wie die Charakter gibt es auch eine spannende und düstere Story, die immer mehr an Fahrt aufnimmt und bis zur letzten Seite fesselt. Zwar ähnelt sich Jackaby und Sherlock, dennoch kann man mit gutem Gewissen sagen, dass trotz dieser Parallelen es eine ganz andere Geschichte ist, die auch mit Übernatürlichem nicht geizt. Hier trifft der Leser auf einige Wesen, die in Mythen eigentlich ein zuhause haben. Seine es Trolle, Gestaltwandler, Benshees, Geister und und und. 

Schreibstil und Zeichnung der Charakter sind meiner Meinung nach wirklich gelungen und auch die Atmosphäre die im ganzen Buch über herrscht, machen Jackaby zu einem tollen Erlebnis, nicht nur für diejenigen, die gerne ein wenig Nervenkitzel lieben, sondern auch trockenen Humor, Sarkasmus und kauzige Figuren mögen. In der Tat ist Jackaby ein eigenwilliger Charakter, denn man wahrlich einmal kennen lernen muss, doch schon nach kurzer Zeit auf seine ganz eigene Weise liebenswert findet.

Ich hoffe, nein, bete, dass das nächste Buch auf deutsch nicht so lange auf sich warten lässt und ich schnellstmöglich ein neues Abenteuer erleben darf. 

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William Ritter  · Jackaby · Taschenbuch · Seiten 320
Erscheinungsdatum 11. Juli 2016 · dtv Verlag · Verlag

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