12.06.2016

Wem würdest du trauen? - Die Auslese Nichts ist wie es scheint

Cia Vale hat die gefährliche Auslese überlebt, während sich Chaos und Wut in der Gesellschaft ausbreiten. Ein verheerender Bürgerkrieg steht bevor, und die Rebellen schmieden einen Plan, die grausame Regierung zu stürzen. Auch Cia ist bereit, um das Ende der Auslese zu kämpfen, aber sie kann es nicht alleine tun. Sie hofft auf die Loyalität ihrer Kameraden, doch das kann tödlich für sie enden. Denn Täuschung und Wahrheit liegen nah beieinander. Und der Einsatz ist hoch, denn auf dem Spiel steht das Leben all derer, die sie liebt. Wem kann Cia vertrauen?

Achtung hierbei handelt es sich um den letzten Band der Reihe, kann eventuell Spoiler enthalten

Nach Buch eins und zwei, die mir gut gut gefallen haben, wurde es Zeit, dass der letzte Teil einiges Aufklärt und einen stimmigen Abschluss bildet. Wie in jedem Buch gibt es einiges was man in den ersten Büchern geliebt aber auch verteufelt hat. Genauso erging es mir in die Auslese. Im ersten Buch war die Spannung kaum greifbar, Cia musste sich durchschlagen und wirkte noch recht naiv. Aber trotzdem hat sie sich weiterentwickelt und stellt mehr Fragen und überdenkt ihr Handeln und die daraus folgenden Konsequenzen. Sie wägt ab, wem die Vertrauen schenkt. 

Wie so oft gibt es auch im letzten Teil ausschlaggebende Ereignisse, bei denen Cia sich fragt ob all das, was sie bisher geleistet und durchgestanden hat, ausreicht um die Auslese abzuschaffen und mit ihr alle diejenigen, die für sie verantwortlich sind. Hier sieht man wieder, wie ein kleiner Gedanke oder Handlung ausreichend ist, um  Zweifel an der eigenen Handlung oder Vorgehensweise hervorzurufen. Wem man trauen kann und ob es wirklich richtig ist. Genau das muss Cia in diesem Teil herausfinden. Innere Zerrissenheit und der Kampf mit sich selbst. 

Gerade dieser Konflikt, war für mich interessant, auch wenn einiges an Handlung darunter leiden musste und erst mit Ende des Buches so richtig an Fahrt zugelegt hat, fand ich es nicht schlimm. Genaugenommen hatte ich mir irgendwie trotzdem ein anderes Ende erhofft, wie es aber so ist, sind die Wünsche und Hoffnungen der Leser immer anders. Ein guter aber kein perfekter Abschluss, die mich zwar lesetechnisch zufrieden gestellt hat - abgesehen von zwei, drei Dingen die ich dennoch gerne geklärt gehabt hätte - trotzdem ein klein wenig enttäuscht hat. 

Altbekannte Charakter haben auch hier wieder ihren Auftritt, manche mal mehr andere mal weniger. Trotzdem für das weiterkommen der Geschichte bzw. Handlung und der Reaktion von Cia enorm wichtig. Nichtsdestotrotz sind zwei Nebenfiguren besonders ins Auge gefallen. Will und Raffe. Beide kann man nicht wirklich einordnen und man ist sich nicht so richtig sicher auf welche Seite sie stehen, dass beleibt auch bis zum Schluss so und man erlebt einen wahren Wow-Moment. Auch wenn mich dieser Teil zwiegespalten hat und ich nicht richtig einschätzen kann wie ich ihn nun bewerten soll, denn er hat mir gefallen, zwar nicht so gut wie die ersten beiden Teile. Ich wünschte mir  ein wenig mehr an Spannung, gerade am Anfang oder im Verlauf der Geschichte und das es in einem wahren Schockmoment geendet hätte. Ich hoffe ihr wisst was ich meine. 

Am Schreibstil der Autorin gibt es nichts auszusetzen. Genauso flüssig wie bei den Vorgängern, so dass man sich augenblicklich wieder in die Geschichte hineinversetzen kann. Dennoch muss ich gestehen, dass ich nicht mehr alles, was in Band eins und zwei geschehen ist, weiß. Wenn man bedenkt, dass Band zwei schon über ein Jahr her ist. Wie schon erwähnt muss ich Cia in diesem Teil entscheiden, wem die vertrauen kann und wer letztlich zu ihren Gegenspielern gehört. Sie legt alles daran die Auslese zu beenden. Ein Ziel, bei dem es nicht immer leicht ist die eigenen Interessen zu verfolgen. Selbst vor Mord darf sie nicht zurückschrecken. Gut aber nicht Perfekt. 

❶ ❷ ❸ ❹ ➄ 

Joelle Charbonneau · Die Auslese nichts ist wie es scheint · Hardcover · Seiten 384
Erscheinungsdatum : 24 Mai 2016 · Penhaligon Verlag  · Verlag 

Vielen Dank an Penhaligon, für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares

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