28 Januar 2016

Rezension - Die 5 Welle von Rick Yancey


Sie kommen, um uns auszulöschen. Jeden einzelnen von uns. Bist du bereit zu kämpfen? Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Cassie hat seit der Ankunft der Anderen fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie vor dem Tod. Aber kann sie ihm trauen? Sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält ...


MEINE MEINUNG

Was passiert wenn man plötzlich von Außerirdischen angegriffen wird, die man noch nie zu Gesicht bekommen hat? Postapokalyptische Zustände und die Angst nicht nur um die Familie, sondern um das eigene Leben. So beginnt nicht nun die Geschichte, sondern auch das Leben von Cassie, die Mitten in der vierten Welle die Geschehnisse erzählt. Herausgerissen aus dem Alltag versuchen sie - Cassie und ihre Familie - und die wenigen Überlebenden so gut wie es eben in solch einer Situation das Beste zu machen und Tag für Tag durchzustehen. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es immer noch schlimmer kommen kann. Doch was keiner bisher weiß, sie stecken alle schon mitten in der fünften Welle.

Für mich war der Einstieg etwas holprig, was vielleicht mit dem Schreibstil zu tun haben mag. Hatte man sich dennoch daran gewöhnt, lässt Rick Yancey den Leser in eine sehr bildlich beschriebene Geschichte eintauchen, die nicht nur von den Sorgen und Ängsten der Protagonistin dominiert werden, sondern auch von der auf der gesamten Welt herrschende Situation, seien dies riesige Wellen oder von Vögeln übertragenen Seuchen. Nun ja, eigentlich kann man nicht von nur einer Hauptfigur erzählen, denn es gibt gleich vier davon. Neben Cassie, trifft man auch auf einen Soldat namens Zombie, welcher seine Sichten und seine Erlebnisse schildert. Zudem lässt der Autor die Leser Cassie's Burder Sam - liebevoll von Cassie Sams genannt - die Ereignisse aus Kinderaugen erleben, was ein meiner Meinung nach krasser unterschied mach, denn als Kind hat man noch nicht die Auffassungsgabe, die Dinge so zu verstehen und zu interpretieren, geschweige denn zu hinterfragen  wie es Erwachsene tun. Das hat der Autor in den jeweiligen Kapiteln, waren sie auch noch so kurz, gut dargestellt. Die vierte Person im Bunde ist der mysteriöse Evan Walker. Zu ihm möchte ich nicht allzu viel sagen, sonst würde das Ganze in einem riesen Spoiler enden. Nur so viel sei gesagt, ich bin mir immer noch nicht im klaren was ich von ihm halten soll. Vielleicht wird es sich im zweiten Teil für mich mehr herauskristallisieren was mit ihm letztlich geschieht.

Wie oben bereist erwähnt, tat ich mich zunächst recht schwer mit dem Einstig. Man wurde in die Geschichte hineingeworfen und bekam häppchenweise die Vergangenheit serviert und muss sich nicht nur mit den Gefühlen der jeweiligen Erzählern auseinandersetzten, sondern auch mit dem Wissen, dass da draußen noch mehr ist als man bisher nur erahnen konnte. Eine Gefahr die zwar sichtbar aber nicht greifbar ist. So spannend die Geschichte an sich ist und mir manchmal den Atem verschlagen hat, gab es einige Klischees die hier bedient wurden. Amerika und sein Fanatismus zu Alien Invasionen und  Waffenliebe, so krass es sich auch anhört, ich fand es nicht besonders Lustig, dass sogar Kinder von gerade mal fünf Jahren im Umgang mit Schusswaffen trainiert wurden. Fiktion hin oder her.

All diesem zum Trotz, ein sehr interessante Storyline. Besonders die Darstellungen der einzelnen Phasen der Angriffe den '' Welle'' und der Umgang der Menschen in solchen Situationen. Gerade Cassie, die mit ihren 16 Jahren viel Verantwortung und viele Gegebenheiten bewältigen muss, die über jegliche Vorstellungskraft hinaus geht. Authentisch und überzeugend erzählt, eine Jugendroman der keiner ist und neugierig auf weitere Teile macht und Fragen in den Raum stellt, die dringend noch beantwortet werden müssen. Außerdem nicht nur über abwechslungsreiche Hauptcharakter sonder auch Nebenfiguren beinhaltet die überzeugen und nicht wie sonst nebulös abgefertigt werden.

Die fünfte Welle ist bereits das zweite Buch welches ich von Rick Yancey gelesen habe und es ist wirklich ein total anderes Erlebnis. In der Monstrumologen Reihe hatte der Leser die Angst und Grusel als ständigen Begleiter und in diesem Buch sind es die zum größten Teils gesichtslosen Gefahren die an jeder noch so erdenklichen Stelle auftauchen können, sei es in Gestalt des liebenswerten Nachbarn oder den Soldaten die eigentlich für Schutz und Sicherheit sorgen sollen. (Okey es kommt zwar kein Alien-Nachbar in der Geschichte vor, aber das soll ja nur so eine Redensart sein ^^)

Mich konnte die 5 Welle nicht zu 100% überzeugen, aber ich habe das Buch gerne und mit Eifer gelesen. Ich bin gespannt wie es weitergeht und hoffe insgeheim, dass es noch ein gutes Ende nehmen wird, oder eines mit dem ich zufrieden die Reihe abschließen kann.


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Kommentare:

  1. Huhu! :)

    Deine Rezension ist wirklich gelungen! Ich habe das Buch auch schon zu Hause und bereits mit dem Lesen begonnen. Dass du anfangs Probleme mit dem Schreibstil hattest kann ich verstehen, mir gings da ähnlich. Jetzt wünsche ich dir viel Spaß im Kino und natürlich auch mit Band 2 der Reihe. ;)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hey Nina,
      Dankeschön ^^ freut mich, wenn dir meine Rezension gefällt. Gut wenn es mir nicht alleine so mit dem Schreibstil ging ;D Oh den Film habe ich schon gesehen und war überrascht, er hat mir zugesagt, auch wenn nicht alles zu 100% übernommen wurd, aber so ist es halt immer bei Buchverfilmungen. Danke dir! Wünsch dir auch viel Spaß beim Lesen.

      Liebe Grüße zurück ^^

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  2. Ah, toll, dass die Erzählperspektive zwischen so unterschiedlichen Erzählern gewechselt wird; das gefällt mir immer sehr gut, weil man sich ein besseres Bild von der 'Lage' machen kann und die Geschichte mehr Komplexität erhält.
    Vielen Dank für die Rezension^^ Irgendwann kommt bei mir die Dystopie-Laune wieder, da stelle ich mir das Buch mal auf den Merkzettel! :)

    Liebe Grüße,
    Bramble

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    1. Hey Bramble,
      dann bin ich mal gespannt wie es dir gefallen wird. Stimmt, da gebe ich dir recht, kommt der Tiefe in der Geschichte durch den Erzählerwechsel, aber ich fand es dennoch etwas verwirrend, aber am Ende hatte ich mich doch irgendwie daran gewöhnt.

      LG ^^

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  3. Ja der gute alte Schreibstil von Yancey - damit hatten viele so ihre Probleme (ich eingeschlossen)
    Ich kann für mich aber ganz detailliert sagen warum - die einzelnen Kapitel springen ja von Person zu Person, aber man weiß nie zu Beginn bei wem man gerade geladet ist. Eine kurze und knappe Überschrift wer dieses Kapitel gerade "erzählt" hätte schon ausgereicht, dann wäre einiges nicht so verwirrentd.

    Aber ich mochte das Buch auch total gerne!

    LG Nina

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    1. Ich hatte schon den Monstrumologen gelesen, da war es etwas ganz anderes, da es dort nur ein Erzähler gab. Ich tue mich im allgemeinen eher schwer, wenn sich die Person ändert, aus dessen Sicht gerade erzählt wird. Ich bin mal neugierig wie der zweite Band wird und ob dieser genauso häufig die Erzähler wechselt...

      Ich fand es auch sehr gut!

      Liebe Grüße zurück ^^

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