06.11.2015

REZENSION - Tokio Kill


Titel: Tokio Kill
Autor: Barry Lancet
Serie: ---
Format: Taschenbuch
Seiten: 496
Erscheinungsdatum: 11. Mai 2015
Verlag | Webseite | Leseprobe | Kaufen

Jim Brodie, feingeistiger Experte für asiatische Kultur und zugleich in den Kampfkünsten bewandert, hat in Tokio die Ermittleragentur seines Vaters übernommen. Eines Tages suchen ihn der alte Akira Miura, ehemaliger Geschäftsmann und Soldat im Zweiten Weltkrieg, sowie sein dubioser Sohn auf. Miura fürchtet, dass ihm Feinde aus der Vergangenheit nach dem Leben trachten. Die Spur deutet auf die Triaden und auf ein schreckliches Kriegsverbrechen hin, dessen Ausläufer in die Gegenwart zu reichen scheinen. 12 Stunden später wird Miuras Sohn im Vergnügungsviertel Tokios ermordet aufgefunden, grausam verstümmelt. Brodie muss in die Welt der Geheimbünde und der Mächtigen eintauchen in einem Kampf um Schuld und Sühne, in dem ein Menschenleben nichts zählt …


MEINE MEINUNG

Nach Langem wurde es für mich Zeit, einen Thriller in die Hand zu nehmen. Gesagt, getan. Auf dem Bloggerportal des Random House Verlages, fiel mir sofort Tokio Kill ins Auge, was nicht zuletzt daran lag, dass mir der Klappentext und das interessante Cover zusagten. Nein, auch die Handlung und der Protagonist haben mir, jetzt da ich es zu Ende gelesen habe, sehr gut gefallen. Man wird nicht wie bei Vielen einfach in das Geschehen hineingeworfen, man lernt erst die Person und dann Stück für Stück dessen Leben kennen. Wobei man dennoch gleichzeitig miterlebt welche Geschäfte Jim Brodie nachgeht. 

Auch wenn man den Vorgänger "Japantown" nicht kennt und auch nicht gelesen hat, tut es keinen Abbruch. Zwar tauchen oft Bezüge zum Vorgänger auf, die aber mit der aktuellen Story nichts zu tun haben und sozusagen denjenigen einen kleinen Auffrischer geben, die bereits das vorherige Buch gelesen haben. 

Kommen wir zur Handlung. Jim Brodie, seines Faches Kunsthändler, wird nach dem Tod seines Vaters Teilhaber einer Security Firma und tingelt fortan zwischen den USA und Japan hin und her. Gleichzeitig versucht er Job und Familie unter einen Hut zu bekommen, denn er ist Alleinerziehender Vater einer kleinen Tochter, was nicht immer ganz so einfach erscheint. Er bekommt den Auftrag, einen Geschäftsmann zu beschützen, der fürchtet, dass die Geister der Vergangenheit nach seinem Leben trachten. Was keiner Ahnt, nur Stunden später wird dessen Sohn tot aufgefunden. Verstümmelt und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Brodies neuer Auftrag lautet also, auf Spurensuche nach dem Mörder zu gehen. 

Hat man bereits einige Seiten gelesen, wird schnell klar, dass es in diesem Buch ziemlich action- und kampfreich zugeht. Von Kendo bis hin zu Karate ist ihr alles vertreten, was die asiatische Kampfkunst zu bieten hat. Die Geschichte an sich ist komplex und fesselnd geschrieben, so dass dem Leser keine Minute zum Luft holen vergönnt bleibt, was nicht zuletzt am Protagonisten liegt. Gegenspieler gibt es zuhauf, doch kann man mit Fug und Recht sagen, dass Jim sich zu wehren weiß, was nicht zuletzt daran liegt, dass er eine Ausbildung in Kampfkünsten genossen hat und diese zu seiner Verteidigung einsetzt, um nicht nur sich sondern auch seine Familie schützen zu können. Stellenweise brutal, muss man hier andeuten, dass zwar einige Passagen im Roman etwas übertrieben beschrieben wurde, aber dennoch im Zusammenhang genau richtig war. 

Ist der Protagonist wirklich gut und ausführlich beschrieben, bleiben die Nebenfiguren nebulös. Ähnlich klingende Namen machen das ganze teilweise kompliziert diese auseinanderzuhalten, doch hier gilt: Aufmerksames Lesen zahlt sich aus! Und dies bezieht sich nicht nur auf die Charakter, sondern auch auf die Handlung, der Verwicklungen und Verstrickungen der Figuren und wie das Buch letztlich endet. 

Besonders gut fand ich, dass der Autor den Lesern kleine Hilfestellungen in Bezug der vielen Namen, sondern er erklärt außerdem Begriffe, die in Japan herrschenden Gebräuche und Orte. Ebenfalls lässt er Kultur und Geschichte des Landes wunderbar in die Story mit einfließen, so dass das Gesamtpaket ein stimmiger und sehr unterhaltsamer Thriller ergibt. Geschrieben wurde der Thriller in der Ich-Perspektive, was dem ganzen noch mehr würze verleit, da man hier nicht nur Beifahrer sondern direkt aus Jim's Sicht alles mitbekommt. 

Abschließend kann ich dennoch nicht umhin zu sagen, dass mich Tokio Kill doch an machen Stellen verwirrt hat und ich nicht immer mit dem Handlungsstrang mitkam. Was mich, da ich die Rezension schreibe doch ziemlich zum lachen bringt. Da sich letztlich alles irgendwie doch logisch zusammengefügt hat.

❶ ❷ ❸ ❹ ❺

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen