Book Review: Das Mitternachtskleid

6. August 2014


Eine junge Hexe wird erwachsen: Tiffany Weh, vielversprechende Junghexe im Teenageralter, hat es nicht leicht. Denn die alltägliche Hexerei erweist sich als ziemlich anstrengend, und ganz bestimmt ist es nicht damit getan, den lieben langen Tag fröhlich auf einem Besen herumzusausen. Dennoch gibt Tiffany ihr Bestes – bis etwas uraltes Böses aus einem tiefen Schlaf erwacht und mit ihm allerlei alte Schauergeschichten über böse Hexen. Bald kann man sich kaum noch mit einem spitzen Hut auf die Straße wagen. Und dann fängt dieses uralte Böse auch noch damit an, gezielt Jagd auf eine ganz spezielle Junghexe zu machen …

MEINE MEINUNG

Tiffany Weh ist die Hexe des Kreidelandes und hat damit alle Hände voll zu tun. Denn sie muss sich nicht nur um die kleinen Wehwehchen der Bewohner kümmer, nein sie muss sich noch mit den Wir-sind-die-Größten herumschlagen, die ihr überall hinfolgen. Als wäre das nicht schon genug wurde urplötzlich etwas alte und böses aus dem Tiefschlaf erweckt und verbreitet überall Hass und Eifersucht. Da Hexen schon immer nicht in einem guten Licht dastanden - trotz Tiffanys Bemühen jegliche Gerüchte über böse Hexen im Keim zu ersticken - werden sie durch das Auftauchen des personifizierten Hasses mehr den je verachtet und gefürchtet. Ausgerechnet dieses hat es auf Tiffany abgesehen.

Langeweile tritt nicht auf denn auch ohne das Böse, geht es in Tiffanys Leben einiges daneben. Der alte Baron ist verstorben und nun gibt der Thronfolger Roland ihr die Schuld. Einst waren beide - Tiffany und Roland - eng befreundet doch davon ist nichts mehr zu spüren. Roland steht kurz davor sich zu verheiraten und bring mit einer ziemlich weinerlichen Braut auch eine herrische und unfreundliche Stiefmutter mit ins Schloss, die gegenüber Tiffany einen Hass entwickelt und diesen auch offen zeigt. Weiterhin machen üble Verleumdungen gegen die Junghexe die Runde und das Kreideland ist in hellem Aufruhr. Nur gut, das Oma Wetterwachs und die Wir-sind-die-Größten immer zur Stelle sind und ihr helfen wo sie können. Dennoch muss sich Tiffany Weh ohne jegliche Hilfe allein gegen das personifizierte Böse behaupten.

Das Mitternachtskleid ist bereits das 3 Buch Terry Pratchetts welches ich gelesen habe und das 4. in dem Tiffany Weh, Junghexe des Kreidelandes die Hauptrolle spielt. Meiner Meinung nach, steht es Gevatter Tod oder Rollende Steine im Nichts nach. Auch wenn ich schon einige Rezensionen gelesen habe die das Gegenteil behaupten. Obwohl "das Mitternachtskleid" eher eine etwas - sagen wir mal - nachdenklicher Stimmung ausdrückt, finde ich, dass es dennoch gut zu lesen und typisch für die Scheibenwelt ist. Da es sich um ein Märchen dieser Welt handelt. habe ich sehr lange gezögert, weil ich nicht wusste wie es wird. 

Einen kleinen negativen Aspekt habe ich dennoch hervor zu bringen. Und zwar bezieht sich dieser auf das deutsche Cover des Märchens. Zwar zeigt es die Häsin (hier als Kette), die im Roman einen metaphorische Bedeutung darstellt, von der ich mir aber wünschte, sie hätten es mehr, wie soll ich es sagen, mehr Bezug dazu aufgebaut.Auch das Mitternachtskleid, welches die abgebildete Kopflose Dame trägt, hat nun nicht gerade eine tragende Rolle im Roman. Was aber nicht heißen soll, dass ich es nicht schön finde, ganz im Gegenteil.

Vor längerem gelesen, dass Herr Pratchett an Alzheimer erkrankt ist. Was ich sehr schade finde, denn gerade die Scheibenwelt- Romane finde ich sehr schön und auch deren Witz und Sarkasmus, den diese Reihe ausmacht gelungen und mit keinem Vergleichbar und stechen durch seine einzigartigen Figuren heraus. 

Eine schöne Geschichte mit einer Protagonistin, die allen zeigt, dass Hexen nicht nur alt, runzlig und ein Kinderschreck sind. Trotz der eher nachdenklichen Stimmung, verbreitet der Autor Heiterkeit und einen gewissen leichten Schreibstil. Dennoch typisch für Scheibenwelt-Romanen gibt es auch hier viele skurrile Charakter, bei denen man nicht umhinkommt die ins Herz zu schließen.

❶ ❷ ❸ ❹ 

Das Mitternachtskleid
Terry Pratchett
Goldmann
Taschenbuch
23. Mai 2011

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